Penuti-, Salish- und Wakash-Sprachfamilien

Die Verbreitung der Sprachfamilien Penuti, Salish und Wakash beschränkt sich in Kanada auf die Provinz British Columbia.

 

 
Sprachfamilien und isolierte Sprachen in British Columbia.

 

PENUTI-SPRACHFAMILIE

Stämme der Penuti-Sprachfamilie kommen in Kanada isoliert im Nordwesten von British Columbia vor, wohin sie aus dem Süden gelangt sind. Ihre nächsten Sprachverwandten sind die Chinook an der Küste südlich der Olympia-Halbinsel in den USA (nach den Chinook ist der föhnartige warme Südwind in den Prärieprovinzen benannt; ihre Sprache war eine Lingua franca zwischen den Stämmen an der Küste).

Gitxsan (Gitksan)

Am oberen Nass River, etwa zwischen Kitwanga und Hazelton in British Columbia, leben rund 7400 Gitksan, verteilt auf sechs Gemeinden, drei am unteren Steena river und drei nordöstlich davon. Eigenen Angaben zufolge soll es 13.000 Gitksan geben, von denen 30 % außerhalb der Reservate leben.16 Bei Hazelton befindet sich das 1970 eröffnete Museumsdorf ´Ksan, das ein Gitksan-Dorf um 1800 darstellt.

Nishga´a/Nishga (Nishka, Niska)

5400 Personen im Gebiet des Nass River in British Columbia, von der Mündung stromaufwärts.16 Sie sind in 60 „Häuser“ (Geschlechter) unterteilt, die jeweils einem der vier Klane Rabe, Wal, Wolf und Adler angehören.

1973 klagte der Stammesrat vor dem Obersten Gerichtshof Kanadas Landrechte ein, da die Regierung nie Verträge mit dem Stamm geschlossen und der Stamm somit auch keine Landrechte abgetreten hatte. Das Gericht gab der Klage statt und die Regierung nahm Verhandlungen mit dem Stamm auf, aber erst 1996 kam ein Grundsatzabkommen zustande.

Die Nishga haben die Überreste der zur Athapasken-Sprachfamilie gehörenden

Tsetsaut absorbiert, nachdem Kriege mit den Nachbarn die Stammesbevölkerung dezimiert hatten.

Ihrer engen Sprachverwandtschaft wegen werden Nishga und Gitksan oft als ein Stamm „Nishga-Gitksan“ zusammengefasst.

Tsimshian

An der Nordwestküste von British Columbia, zwischen Prince Rupert im Norden und Hartley Bay am Douglas Channel im Süden sowie im Osten bis Terrace sind über 7700 Küsten-Tsimshian registriert.16 Allerdings sollen weit mehr Tsimshian in Kanada leben, was wohl auch die nichtregistrierten Tsimshian mit berücksichtigt. Im südlichsten Zipfel von Alaska leben in den USA weitere 2600 Tsimshian.5

Die Vorfahren der Tsimshian waren aus dem Landesinneren gekommen, wo sie in Erdhütten gelebt hatten. An der Küste hatten sie die Tlingit nach Norden und die Haisla nach Süden abgedrängt sowie den Heiltsuk das Küstengebiet streitig gemacht. Zur der Zeit, als die Hudson´s Bay Company 1831 einen Handelsposten in Fort Simpson (nördlich von Prince Rupert) eröffnete, waren die ca. 10.000 Tsimshian gefürchtete Krieger, Felllieferanten und auch Zwischenhändler zu den weiter im Inneren des Landes lebenden Stämmen.

1857 begann der anglikanische Laienprediger William Duncan unter den Tsimshian zu wirken. Sein Bestreben war, sie zu assimilieren. 1862 zog er mit etwa 1000 Anhängern in das verlassene Dorf Metlakatla (nördlich von Prince Rupert), verbot seinen Anhängern traditionelle Kulturelemente wie Schamanismus und Potlatsch und machte religiöse Unterweisungen sowie das Zahlen von Steuern zur Pflicht. 1887 zog er mit 825 Anhängern nach Südalaska, wo er südlich von Ketchikan ein neues Metlakatla gründete. Bis zu seinem Tod 1918 entstanden dort eine Fischkonservenfabrik und ein Sägewerk. Heute suchen sich die ca. 1400 Einwohner1 Arbeit außerhalb des Ortes.

 
SALISH-SPACHFAMILIE
 

Nach der Verbreitung und damit der Lebensweise bestand ein Hauptunterschied zwischen den im Inland – im inneren Plateau von British Columbia und angrenzenden Gebieten der USA – lebenden Salish (Inner Salish) und den an der Pazifikküste und am Ostufer von Vancouver Island lebenden  Küstenbewohnern der gleichen Sprachfamilie (Coast Salish). Innerhalb der Coast Salish wiederum bilden die Straits Salish um den Purget Sound eine eigene Gruppe.

 

Ursprüngliche Verbreitung der Salish-Sprachfamilie in British Columbia.
 
 
                                                               1 – Homalco und Klahoose
                                                   2 – Sliammon
                                                   3 – Skxwumish/Tseil Waututh
                                                   4 – Halq´emeylem
                                                   5 – K´omoks
                                                   6 – Hul´qumi´num
                                                   7 – Straits Salish

Coast Salish

Halkomelem

Die Sprachen Halq´eméylem, Hul´q´umi´num´ und Hun´qumi´num gelten als Dialekte einer Sprache der Coast Salish, des Halkomelem. Die Zuordnung einer Gruppe zu einem der drei Dialekte ist nicht immer eindeutig, da einige kleinere Gruppen keine lebendigen Sprachüberlieferungen mehr haben.

Halq´eméylem (Upriver Halkomelem)

Die insgesamt 7460 Mitglieder dieser Dialektgruppe16 sind entlang des Fraser River vom Stave River flussaufwärts bis zum Canyon verbreitet. Die größte Gruppe unter ihnen bilden die

Stó:lō mit 19 Untergruppen. Von den etwa 5650 registrierten Mitgliedern lebt über die Hälfte außerhalb der Reservate.

Hul´q´umi´num

An der Ostküste von Vancouver Island nördlich von Victoria und den vorgelagerten Inseln verteilen sich 1215 Personen dieser Dialektgruppe auf die Reservate Chemainus (1215 Personen), Cowichan (4741), Halalt (212), Lake Cowichan (29), Lyackson (204) und Penelakut (950). Keine 200 Personen sprechen mehr den alten Dialekt der Hul´q´umi´num fließend.16

Daneben gibt es nach Norden bis Nainamo drei weitere Gruppen der Coast Salish mit knapp 500 Mitgliedern, die dieser Dialektgruppe zugeordnet werden.16

Hun´qumi´num (Downriver Hakomenem)

sind von der Mündung des Fraser River bis zum Stave River hinauf verbreitet. Untergruppen sind u.a. die

Musqueam mit einer Population von 1300 Menschen.16 Sie waren eine der vier First Nations, die 2010 an der Eröffnungsfeierlichkeit der olympischen Winterspiele in Vancouver teilnahmen. Bereits 2004 hatten die Organisatoren der Spiele Verträge mit den Musqueam, den Tsleil-Waututh, den Squamish und den Lil´wet´ul über eine verstärkte Beteiligung an den Vorbereitungen der Spiele geschlossen. Die Austragungsorte und die nötigen Infrastrukturprojekte lagen in Gebieten, welche die Ureinwohner nie in Verträgen abgetreten hatten, an denen sie jedoch noch einen Anspruch anmelden konnten. Der Oberste Kanadische Gerichtshof hatte 1997 in einem Urteil indigene Landrechte bestätigt. Bei den Eröffnungsfeierlichkeiten 2010 traten dann zwar die vier Nations auf; die durch die Spiele erhofften Gewinne blieben jedoch aus. Bei der Auftragsverteilung hatte man die First Nations British Columbias nur im sehr geringen Maße berücksichtigt – der Designentwurf der Medaillen z.B. ging an eine Tlingit-Künstlerin. Der Auftrag zur Massenproduktion „authentisch indianischer“ Andenken ging dagegen an China. Diese Andenken wiesen dann auch mehr asiatische als indianische Züge auf.20

Ebenfalls zu der Hun´qumi´num Gruppe gehören die

Tsawwassen (ca. 450 Personen).16 Die Anlegestelle der Fähre nach Victoria heißt so.

Obwohl höchstens noch ein halbes Dutzend alter Menschen rudimentäre Kenntnisse ihrer ursprünglichen Sprache besitzen, dürften auch die

Tsleil-Waututh (Burrard) zur Hun´qumi´num Dialektgruppe gehört haben. Mit kaum mehr als 500 Mitgliedern16 lebt die Hälfte diese Gruppe in kleineren Reservaten am Burrard Inlet, der West- und Nordvancouver trennt. Sie waren eine der vier Nations, auf deren Gebiet die Winterolympiade 2010 ausgetragen wurde (vgl. Musceam).

Comox und Mainland Comox

Die sich voneinander deutlich unterscheidenden Dialekte von vier First Nations, die nördlich der Hun´qumi´num Dialektgruppen leben, stellen eine weitere Dialektgruppe des Coast Salish dar. Nicht eindeutig ist dabei die Zuordnung der

K´ómoks

an der Osthälfte von Vancouver Island um Courtenay an der Strait of Georgia (knapp 300 Personen16). Sie hatten ihre Sprache zugunsten des Kwak´wala der Kwakiutl aufgegeben und gelten daher mitunter auch als Gruppe der Kwakiutl (Wakash-Sprachfamilie).

Zum Mainland Comox gehörten die heute die fast ausgestorbenen Dialekte der

Homalco

(470 Personen16) an der nördlichen Sunshine Coast am Bute Inlet und weiterhin die

Klahoose

(380 Personen16) an der Festlandküste entlang der Johnstone Strait bis hinüber nach Vancouver Island. Auch diese beiden Gruppen sind manchmal als Gruppen bei den Kwakiutl aufgeführt.

Sliammon

Um Powell River am Nordende der Sunshinecoast an der Festlandküste von British Columbia leben 103016 Sliammon, davon ein Drittel außerhalb ihrer Reservate. Ihre Sprache gehört ebenfalls zum Mainland Komox

1994 begannen sie Verhandlungen mit der Regierung über ihre Landrechte, die bis zur Stufe fünf fortgeschritten sind und bis Ende 2006 mit der Stufe sechs zum Abschluss gelangen sollten.

Northern Coast Salish

Unter diesem Begriff kann man die miteinander eng verwandten Sprachen von drei Stämmen zusammenfassen.

Nuxalk (Bella Coola, Bilchula)

Im Bella Coola Tal, am Dean Channel und am Burke Channel in British Columbia leben 1660 Nuxalk, von denen nur noch wenige ihre Muttersprache beherrschen.16 Ihre Sprache ist die nördlichste aller Salishsprachen und stark von der Sprache der benachbarten Heiltsuk (Wakash Sprachfamilie) beeinflusst. Sie wird daher auch als eine separate Sprache der Coast Salish angesehen.

Im frühen 19. Jahrhundert bestand die Gesellschaft der Nuxalk aus vier getrennt siedelnden Klanen. Nach der Pockenseuche 1862, der drei Viertel der Bevölkerung zum Opfer fielen, zogen die Bewohner der übrigen Dörfer ins Hauptdorf Q´um´kuts (Bella Coola) an der Mündung des gleichnamigen Flusses.

Maskentänzer der Nuxalk, die 1886 nach Deutschland gekommen waren, hatten den Ethnologen Franz Boas (1858-1942) zur intensiven Beschäftigung mit den Indianern der Nordwestküste angeregt.

Shishálh (Sechelt)

Um Sechelt an der Sunshine Coast nördlich von Vancouver, schlossen sich die vier Klane der Sechelt 1925 zur „Sechelt Indian Band) zusammen. Sie erhielten 1986 als erste indianische Gemeinde in Kanada die gesetzliche Anerkennung ihrer Form von „Selbstregierung“. Von den ca. 1200 Personen des Stammes spricht so gut wie keine mehr die traditionelle Sprache.16

Skxwumish (Squamish)

Über 4000 Squamisch16 leben verstreut von Nordvancouver über Squamish bis Pemberton in den Bergen sowie an der Nordküste des Burrard Inlet in British Columbia.5 Auch sie haben ihre ursprüngliche Sprache verloren.

1923 hatten sich 16 Trupps des Gebiets zur Squamish Nation zusammengeschlossen. 2001 schlossen Squamish und Lil´wet´ul (Inner Salish) ein Abkommen über Zusammenarbeit bei der kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung sowie über die gemeinsame Verwaltung von Gebieten, die von beiden Stämmen genutzt wurden. In Whistler entstand ein gemeinsames Kulturzentum.

Die Squamish gehörten zu den vier First Nations, die an den Eröffnungsfeierlichkeiten der Winterolympiade 2010 in Vancouver teilnahmen (vgl. Musqueam/Hun´qumi´num).

Straits Salish

Der Oberbegriff fasst Ansammlungen von autonomen „Häusern“ (Geschlechtern) zusammen, die an der Südspitze von Vancouver Island in British Columbia sowie am Purget Sound und auf seinen Inseln im Gebiet der USA leben. In den USA zählen ca. 4550 Personen6 zu den Straits Salish, auf kanadischem Gebiet sind etwa 3800 registriert, deren Muttersprache einmal ein Straits Salish Dialekt gewesen war.16

Die fünf Dialekte der auf der Südspitze von Vancouver Island und auf den Gulf Islands lebenden Straits Salish bezeichnen Linguisten als „Northern Straits“ Dialekte. Zu ihnen gehörte u.a. der Dialekt der Sxime´e´ (Esquimalt), der Málexe´ (Malahat), der Songees sowie der T´Sou-ke (Sooke).

Inner Salish

Nlaka´pamux (Thompson)

Von den 6100 registrierten Stammesmitgliedern leben ca. 40 % zwischen Ashcroft am North Thompson River über Lytton am unteren Fraser River und bis Spuzzum im Fraser Canyon, ca. 60% sind östlich davon bei Merritt im Canyon des Nicola River, eines Zuflusses des North Thompson River, anzutreffen.16 Zu den Nlaka´pamux gehören sprachlich auch die  

Lower Nicola (Swxexmx), 1050 Personen.16 In sie gingen auf die:

Stuwix (Stuichanukh, Stuwikamuk – „Fremde“), eine aus dem Norden im späten 18. Jahrhundert zugewanderte Gruppe der Athapasken-Sprachfamilie ( deswegen manchmal auch als "Thompson River Athapasken" bezeichnet).

Okanagan

Ihr Hauptverbreitungsgebiet in British Columbia liegt zwischen Vernon und Osoyoos am Okanagan River, eine abgetrennte Gruppe lebt weiter nordwestlich bei Merritt.

Insgesamt gibt es 5100 Okanagan in Kanada.16 Weitere 200 Okanagan sind südlich von ihnen in den USA anzutreffen.5

Im Gegensatz zu den Lower Nicola (Nlaka´pamux) sind die

Upper Nicola (880 Personen) eine Abteilung der Okanagan. Die Nicola (Lower und Upper Nicola) waren  in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Allianz aus Nlaka´pamux und Okanagan unter dem Okanaganhäuptling Nicola.

Secwepemc (Shushwap/Shuswap, Texqokallt, North Thompson Band)

Die Shuswap benutzten im Sommer Tipis, die mit Matten und Rindenstücken bedeckt waren. Außen angebrachte Stangen befestigten die Rindenstücke. Für den Winter legten sie Erdhütten (Kekuli) an. Die Shuswap lebten von der Großwildjagd und beschränkten sich – im Gegensatz zu anderen Stämmen – vorwiegend auf ihre eigenen Jagdgebiete.

Die traditionellen Jagdgründe der Shuswap lagen westlich des Kammes der Rocky Mountains vom Kinbasket Lake bis zum oberen Fraser River in British Columbia. Ein Trupp von 30 Familien war nach Vernichtung der Snare-Indianer durch die Stoney (1840) über den Yellowhead Pass in das Gebiet des Jasper National Park vorgedrungen. Krankheiten und Kämpfe rieben diesen Trupp bis 1890 völlig auf.

In British Columbia konzentriert sich die Verbreitung von 7100 Shuswap von Cache Creek über Clinton, Savona und Kamloops bis Chase; weitere leben u. a. bei Williams Lake, Canim Lake, Barrière und Enderby.1 Nur etwa 500 Shuswap sprechen noch ihre Muttersprache.6

1850 hatte Paul Ignatius Kinbasket einen Trupp der Shuswap vom Adams Lake ins Windermere Gebiet geführt, wo der Shuswap-Trupp mit lokalen Trupps der Kootenay verschmolz. Diese „Kinbasket Band“ erhielt 1857 ein Reservat am Lake Windermere. Dort bestritten die Mitglieder des Trupps ihren Lebensunterhalt im Sommer als Farmer, Handwerker und Arbeiter und im Winter als Fallensteller. Heute siedeln ca. 200-300 Personen in diesem Reservat in modernen Farmhäusern und in Mobile Homes.

Lillooet (Lillovet, Stl´atl´imc/Stl´atl´imx)

Die Lillooet gliedern sich in die drei Abteilungen der

Stl´atl´imx – vorwiegend im Gebiet um Lillooet sowie nach Osten Richtung Cache Creek;

N´kuktsa – südlich davon am unteren Lillooet River bis zum Harrison Lake;  

Tsal´ulthmec – westlich von Lilooet im Gebiet des Seton Lake und des Anderson Lake bis zum Shalath Lake.

Insgesamt umfassen diese drei Abteilungen ca. 4500 Personen.16 Als vierte Abteilung bzw. auch als eigene Gruppe gelten die

Lil´wet´ul (Mount Currie), 2100 Personen jenseits eines Passes weiter westlich im Gebiet von Pemberton.16 Sie schlossen 2001 einen Kooperationsvertrag mit den Squamish (Northern Coast Salish) und sie gehörten zu den vier First Nations bei der Eröffnungsfeier der Winterolympiade 2010 in Vancouver (vgl. Musqueam/ Hun´qumi´num). In Whistler entstand ein gemeinsames Squamish-Lil´wet´ul Kulturzentum.21

WAKASH-SPRACHFAMILIE

Obwohl der Sprachstamm unklar ist, sind in deutschen Völkerkundewerken die Stämme der Sprachfamilien „Wakasch“ und „Selisch“ (Salish) als „Mosanische Stämme“ zusammengefasst.

Haisla (Kitimaat)

3300 Personen an der zentralen Festlandküste von British Columbia bei Kitimat (am Douglas Channel).16 Zur Zeit der ersten Kontakte mit den Weißen lebten etwa 1000 Haisla in den Dörfern Kitamaat und Kitlope am Anfang des Douglas Channel bzw. des Gardner Canal. Epidemien dezimierten ihre Population bis 1918 auf 300 Personen.15 Kulturell stark von den Gitksan beeinflusst, wiesen sie wie diese eine matrilineare Sozialordnung auf.

Heiltsuk (Bella Bella)

2250 Personen16 südlich der Haisla auf den Inseln und an der zentralen Festlandküste von British Columbia, nach ihrem Hauptort auch Bella Bella genannt. Der Lebensraum der Heiltsuk reichte einst nach Süden bis zum Rivers Inlet.

Kwakwaka´wakw (Kwagiulth, Kwakiutl)

Der Name bedeutet: „Leute, die Kwak´wala sprechen“; Kwagiulth war ursprünglich der Name einer Abteilung dieser Sprachgruppe. Angehörige der Kwakwaka´wakw leben im Norden und Nordosten von Vancouver Island, an der gegenüberliegenden Festlandküste sowie auf den Inseln dazwischen.

Laich-kwil-tach (südliche Kwakiutl) nennen sich die Kwakiutl um Campbell River auf Vancouver Island und den Inseln in der Strait of Georgia zwischen der Insel und dem Festland. Unterschiede in der politischen Gesellschaft (in den Lineages der Verwandschaft und den Titeln) trennen sie von den Kwakiutl nördlich von ihnen.

Im späten 19./frühen 20. Jahrhundert hatten Seuchen die Bevölkerung der Kwakiutl dezimiert; von der Mitte des 20. Jahrhunderts an nahm die Bevölkerung wieder zu. Heute gibt es insgesamt 770016 Kwakiutl, verteilt auf 15 Reservate (1909 waren es 2090 Personen gewesen). Das Kwak´wala beherrschen weniger als 2 % von ihnen.6 Bei den Kwakiutl war das Geheimbund-wesen besonders ausgeprägt.

Obwohl ursprünglich keine Gruppen der Kwakiutl werden ihnen in einigen Quellen die K´ómoks, Homalco und Klahoose zugeordnet (vgl. Comox/Northern Coast Salish).

Nuu´chah´nulth (Nootka, Nutka)

Früher gehörten zu den als Wal- und Seelöwenfänger bekannten Nootka 30 Abteilungen, von denen heute noch 17 existieren. Der Name „Nootka“ beruht auf einem Missverständnis von James Cook. Als er während seiner dritten Endeckungsreise 1778 mit seinen beiden Schiffen in einer Bucht der Yuquot Insel (heute Nootka Island) am Nootka Sound an der Pazifikküste von Vancouver Island ankerte, deutete er das Nootka-Wort notkak (im Kreis herum) falsch und bezog es auf die Bewohner. Auch die Bezeichnung der Sprachfamilie geht auf Cook zurück, der in seinem Bericht den häufigen freudigen Ausruf „Wak´ash“ erwähnte und davon abgeleitet den Begriff „Wak´ashians“ prägte. Cook nannte die Bucht, in der er ankerte, nach der freundlichen Aufnahme durch ihre Bewohner „Friendly Cove“. Seit 1978 bezeichnen sich die kanadischen Nootka als Nuu´chah´nulth („Alle entlang der Berge“).

Durch ihre Verbreitung auf Vancouver Island in Kanada und auf dem gegenüber liegenden Festland in den Vereinigten Staaten sind die Nootka in eine südliche und eine nördliche Gruppe aufgeteilt.

Qwiqasdicciat (Makah, südliche Nootka)

Es sind die „Leute, die bei den Möwenfelsen leben“ – auf dem nördlichen Teil der Olympiahalbinsel im US-Bundesstaat Washington. Ihre Anzahl beträgt ca. 1400 Personen.15

Winalagalis (nördliche Nootka)

Das Verbreitungsgebiet der Nootka in Kanada liegt an der Westküste von Vancouver Island von Port Renfrew im Süden über Bamfield, Port Albani, Ucluelet, Tofino, Flores Island bis nach Kyuquot im Nordwesten der Insel. Einige Gruppen leben auch bei Campbell River. Die Anzahl der (nördlichen) Nootka in Kanada beträgt 8500 Personen.16

Unter den als Nootka zusammengefassten Abteilungen gelten die

Ditidaht (bis 1984 Nitinaht) an der Westküste von Vancouver Island um Tofino und Ucluelet (930 Personen)16, die gewisse sprachliche Unterschiede aufweisen, sowie die

Pacheenaht an der Westküste von Vancouver Island bei Port Renfrew (210 Personen),16 davon die Hälfte außerhalb des Reservats) häufig als eigene, nicht zu den Nootka gehörende Stämme.

 
 
 ⇒ Sioux

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